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Fachfrau/-mann Betreuung

Fachfrauen und Fachmänner Betreuung EFZ begleiten Menschen aller Altersstufen mit oder ohne körperlichen, geistigen, psychischen oder sozialen Beeinträchtigungen in Alltag und Freizeit.

Sie unterstützen, betreuen und fördern ihre Klient/-innen im Alltag und in der Freizeit, bei der Körperpflege, im Haushalt oder bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sie strukturieren den Tagesablauf und begleiten das Zusammenleben in der Gruppe. Die Beziehungen zu den betreuten Personen gestalten sie professionell. Dabei gehen sie von den bestehenden Ressourcen der betreuten Menschen aus und achten auf deren Erhaltung und Entfaltung. Die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung der Klient/-innen stehen im Zentrum.

Fachfrauen/-männer Betreuung arbeiten im Team und mit den Angehörigen und weiteren Aussenstehenden zusammen. Sie bereiten Aktivitäten vor, führen sie durch und werten sie aus.

Fachfrauen/-männer Betreuung arbeiten in familien- und schulergänzenden Einrichtungen für Kinder, Wohn- und Tagesstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie in stationären und ambulanten Unterstützungsangeboten für Menschen im Alter.

Der Beruf Fachfrau/-mann Betreuung kann in den drei Fachrichtungen Behindertenbetreuung, Betagtenbetreuung oder Kinderbetreuung erlernt werden. Zudem besteht die Möglichkeit der generalistischen Ausbildung. Dabei findet die berufliche Grundbildung in Betrieben aus allen drei Fachrichtungen statt.

Folgende Filme geben Einblick in einen typischen Arbeitstag der drei Fachrichtungen.

Ausbildung

Die Ausbildung zur Fachfrau/ zum Fachmann Betreuung dauert drei Jahre und schliesst mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ ab. Sie wird in einem Lehrbetrieb absolviert. Die Lernenden der Zentralschweiz besuchen in der Regel die Berufsfachschule in Sursee. Im ersten und zweiten Lehrjahr an zwei Tagen, im dritten Lehrjahr an einem Tag pro Woche. An insgesamt 20 Tagen besuchen die Lernenden die überbetrieblichen Kurse bei zodas in Emmenbrücke.

Unabhängige Praktika vor Ausbildungsbeginn
Die berufliche Grundbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Betreuung kann direkt nach Abschluss der obligatorischen Schule begonnen werden. Das Absolvieren von ausbildungsunabhängigen Praktika ist weder vorgesehen noch erwünscht. zodas setzt sich dafür ein, dass die Einstiegshürden in die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung in Form von Praktika abgebaut werden.

Anforderungen
  • Abgeschlossene obligatorischen Volksschule, mittlere oder oberste Schulstufe mit guten Leistungen
  • gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse

 

  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Geduld und Einfühlungsvermögen
  • Motivation für hauswirtschaftliche und praktische Tätigkeiten
  • hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Flexibilität
  • Beobachtungsfähigkeit
  • Kreativität
  • Team- und Kommunikationsfähigkeit
  • Bereitschaft, unregelmässig und auch mal am Wochenende zu arbeiten
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
Ausbildung für Erwachsene

Für Erwachsene, welche bereits Berufserfahrung mitbringen, gibt es verschiedene Wege das EFZ Fachfrau/-mann Betreuung zu erwerben.

verkürzte Grundbildung
Wer das 22. Altersjahr vollendet hat und schon mindestens zwei Jahre zu mindestens 60 Prozent im Berufsfeld Betreuung (in einer Institution) angestellt war, kann die berufliche Grundbildung in zwei statt drei Jahren absolvieren. Es wird ein entsprechender Lehrvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen. Das zuständige kantonale Amt für Berufsbildung entscheidet, ob die betroffene Person die Voraussetzungen für eine verkürzte Lehre mitbringt.

Qualifikationsverfahren nach Art. 32
Wer über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung verfügt und mindestens vier davon mit einem minimalen Arbeitspensum von 50 Prozent im Berufsfeld Betreuung gesammelt hat, kann sich beim kantonalen Amt für Berufsbildung für das Qualifikationsverfahren anmelden.

Validierungsverfahren
Das Validierungsverfahren bietet die Möglichkeit, das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) ausserhalb der regulären Qualifikationsverfahren zu erwerben. Voraussetzung dafür sind mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Bereits erworbene Kompetenzen werden in einem Dossier nachgewiesen. Expert/-innen vergleichen dieses mit dem Qualifikationsprofil Fachfrau/-mann Betreuung. Bei allfälligen Lücken müssen ergänzende Bildungsleistungen erbracht werden. Wenn alle Qualifikationen nachgewiesen sind, wird vom zuständigen Amt für Berufsbildung das EFZ ausgestellt.

Berufsmaturität

Bei guten schulischen Leistungen kann während oder nach der beruflichen Grundbildung die Berufsmittelschule besucht werden. Die Berufsmaturität eröffnet Jugendlichen neue Möglichkeiten. Die Berufsmaturandinnen und -maturanden verfügen über eine doppelte Qualifikation: Sie haben mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) einen Berufsabschluss, kennen das Arbeitsleben und können im erlernten Beruf arbeiten. Das Berufsmaturitätszeugnis bestätigt darüber hinaus eine erweiterte Allgemeinbildung sowie die Studierfähigkeit für eine Fachhochschule, woraus sich erweiterte Karrieremöglichkeiten erschliessen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Fachfrauen/-männer Betreuung stehen vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Die höheren Fachschulen bieten interessante Bildungsgänge an, in denen vertiefte und erweiterte Kompetenzen erworben werden können. Zudem gibt es ein breites Angebot von Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen.

Mit der Berufsmaturität stehen auch die Ausbildungsgänge an den Fachhochschulen offen.

Eine Übersicht zu den einzelnen Weiterbildungsmöglichkeit gibt die Übersichtsbroschüre "Soziale Berufe - Gemeinsam weiterkommen".